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Kräuter – längst vergessene Heilmittel

Kräuter ein Geschenk der Natur

Aber wie kann man sie am besten im Alltag verwenden und was muss man über deren Heilwirkung wissen?

Kräuter sind für den Menschen seit jeher von großer Bedeutung und deren wohltuende Wirkung, scheint auf den ersten Blick jedermann bekannt zu sein. Sie sind eine wertvolle Gabe der Natur und es ist faszinierend, mit welch unermesslichem Reichtum sie uns beschenken. Im Mittelalter waren Burgen und Klöster besonders prägend für die Geschichte des Heilkrautes: In Ihren Gärten pflegte und hegte man alles, was nicht nur essbar, sondern vor allem auch für medizinische Zwecke dienlich schien. So manches Kraut war damals lebensnotwendig und das Wissen über heilende oder auch schädliche Kräuter wurde über Jahrhunderte gesammelt und stetig erweitert.

Mit großer Begeisterung habe ich mich in Bücher von Hildegard von Bingen oder Maria Treben eingelesen, da diese als Begründerinnen einer ganzheitlichen Ernährungslehre und Heilkunde gelten. Ich hoffe, dass ich im Folgenden den Blick für dieses oft längst vergessene Thema schärfen kann und es mir gelingt, die Wichtigkeit und Aktualität der Kräuter deutlich zu machen.

Die richtige Verwendung

Kräuter bringen nicht nur Abwechslung in Speisen aller Art und schenken Gerichten ein frisches Aroma, sondern sie spenden auch verschiedenste Vitamine und Mineralstoffe. Zudem können sie im Alltag ganz praktisch als Salzersatz eingesetzt werden. Es existiert nichts, was frischen geschnittenen Kräutern in Geschmack und Intensität gleicht.

Leider ist das Wissen über Kräuter heutzutage größtenteils verloren gegangen und in den meisten Köpfen befindet sich ausschließlich das endlos erscheinende Maggie Regal. Manche Kinder scheinen zu glauben, Tomatensuppe käme von Maggie oder der Kartoffelbrei einzig und allein aus der Tüte.

Hier findet ihr nun die wichtigsten Kräuter und deren optimale Verwendung auf einen Blick zusammengefasst. Natürlich existieren unzählige weitere Kräuter, die jedoch den Rahmen eines kurzen Überblicks übersteigen würden. (Für die besonders Interessierten unter euch hier ein kleiner Lektüretipp: Das Buch „Jekka McVicar Kräuter“  listet übersichtlich alle Kräuter auf und beschreibt deren Anbau und die kulinarische Verwendung.

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Basilikum – eine „königliche Heilpflanze“

Geruch und Aroma

Wer glaubt, Basilikum sei gleich Basilikum, ist definitiv auf dem Holzweg: Es existieren die unterschiedlichsten Sorten dieser ursprünglich aus Indien stammenden Heilpflanze. Angefangen bei dem Japanischen Basilikum über das Thai Basilikum bis zum Ostindisches Baumbasilikum, es besteht ein nahezu unerschöpfliches Repertoire. Sie alle unterscheiden sich in Ihrem Geschmack, welcher vielfältiger nicht sein könnte: Zimt, Nelken, Anis, Zitrusaroma oder Nelke, da ist für jeden Gaumen etwas dabei!

Verwendung

Es ist besonders wichtig, Basilikum stets frisch zu verwenden, denn durch längere Lagerung oder das Mitgaren verliert das Kraut seine charakteristische Würze. Zudem empfiehlt es sich, es erst gegen Ende über das Gericht zu streuen. Basilikum ist vielseitig einsetzbar, aber am besten passt es zu Salaten, Pesto, Antipasti, Knoblauch, Auberginen, Fisch, Kartoffeln, Meeresfrüchten, Tomaten oder Eierspeisen.

Heilwirkung

Basilikum übt eine unglaublich große Heilwirkung auf den Menschen aus. In Indien wird es sogar als Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit verwendet. Man sagt diesem Kraut nach, es reinige den Körper auf allen Ebenen, es rege auf natürliche Weise die körpereigenen Endorphine an und bringe Kopf, Herz und Bauch wieder in Einklang.

Basilikum kann zudem in folgenden Bereichen eingesetzt werden:

  • Schlacken
  • Lindert Kopfschmerzen
  • Hilft bei Erkältung
  • Schleimlösend
  • Fördert die Durchblutung
  • Fördert die richtige Aktivität des Zentralnervensystems
  • Aktiviert Nieren und Leber
  • Kurbelt Fettstoffwechsel und Fettverdauung an
  • Fiebersenkend
  • Entkrampfend
  • Menstruationsleiden
  • hilft bei Augenleiden
  • appetitanregend
  • angenehm Stimulierend

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Geruch und Aroma

Bärlauch – das Kraut rieht beinahe genau wie es schmeckt: nach Knoblauch, jedoch etwas milder. Wenn man Bärlauch kocht, lässt das Aroma noch etwas nach.

Verwendung

Meist finden nur die Blätter des Bärlauchs Verwendung in Salaten, Pesto, Saucen, Suppen oder auch Nudeln.

Heilwirkung

Die Heilwirkung von Bärlauch ist mindestens genauso groß, wie die, seines Artgenossen dem Knoblauch.

Er wirkt wohltuend bei:

  • Asthma
  • Husten
  • Bronchitis
  • Fieber
  • Stoffwechselbeschwerden
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Verdauungsstörungen
  • Durchfall
  • erhöhtem Cholesterinspiegel
  • Bluthochdruck

 

Beifuß

Geruch und Aroma

Die würzig riechenden Blätter schmecken einerseits herb-aromatisch, andererseits aber auch leicht bitter.

Verwendung

Es bietet sich am meisten an, die Blätter von Juli bis September zu ernten, denn nach dieser Erntezeit wird der Geschmack der Blätter zunehmend bitter. Beifuß ist besonders gut als Gewürz für fettigere Speisen wie Gänsebraten, Ente, Mayonnaise oder Saucen geeignet. Will man die Blätter jedoch in einer vegetarischen Küche verwenden, kombiniert man sie bestenfalls mit Weißkohl, Wirsing, Möhren oder den verschiedensten Eintöpfen. Allerdings heißt es in allen Fällen: Zart dosiert verwenden!

Heilwirkung

Beifuß hat zahlreiche positive Einflüsse auf unseren Körper. Es wirkt:

  • antibakteriell
  • appetitanregend
  • beruhigend
  • durchblutungsfördernd
  • verdauungsfördernd

Außerdem kann man es gut gegen folgende Beschwerden eingesetzt werden:

  • Blähungen
  • Blasenentzündung
  • Eierstockentzündung
  • chronischen Durchfall
  • Hämorrhoiden
  • Menstruationsbeschwerden
  • Mundgeruch
  • Muskelkater
  • Nervenanspannung
  • Schlafstörungen
  • Übelkeit
  • Unruhe

Bohnenkraut

Geruch und Aroma

Seinem Beinamen „Pfefferkraut“ macht das Gewürz alle Ehre, denn es schmeckt leicht pfeffrig-scharf. Dieser Geschmack ist auf die ätherischen Öle zurückzuführen, die das Kraut enthält. Manche Sorten des Bohnenkrauts schmecken sogar leicht beißend. Wenn man es allerdings kocht, verschwindet die Schärfe allmählich.

Verwendung

Benutzt man Bohnenkraut zum Würzen sollte man sehr sparsam sein, da es da es einen sehr intensiven Geschmack hat. Geschmacklich harmoniert es am besten mit Erbsen, Linsen, Kichererbsen (Dalgerichten), Bohnen, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Blumen- und Rosenkohl, Tomaten, Geflügel, Rindfleisch und Wild. Kocht man es zu lange wird es in den meisten Fällen bitter, deshalb bietet es sich an, das Kraut eher zum Ende des Kochens hinzugeben.

Heilwirkung

Bohnenkraut wirkt positiv auf:

  • Herz
  • Leber
  • Galle
  • Milz
  • die Verdauung

Außerdem kann es gegen folgende Beschwerden eingesetzt werden:

  • Koliken
  • Appetitmangel
  • Magenstörungen

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Geruch und Aroma

Wenn man die jungen Blätter zerdrückt, nimmt man einen Duft wahr, der dem von Gurken und Zwiebeln ähnelt. Die haarigen Blätter schmecken besonders würzig, während die himmelblauen Sternblüten ein eher zartes und feines Aroma haben.

Verwendung

Borretsch harmoniert besonders gut mit Salaten, Kartoffeln/Kartoffelsuppen, Kohl (Russische Kohlsuppe), Tomaten, Bohnen, Hackfleisch, Geflügel, Fisch oder auch Kräuterbutter. Heutzutage verwendet man das Kraut in der Küche meist in getrockneter Form und kann den Geschmack somit leider nicht mehr mit dem eines frischen Blattes vergleichen.

Heilwirkung

Borretsch kann die Nerven und das Herz stärken, wirkt stoffwechselfördernd und spendet dem Körper Vitamin C.

Es kann zudem folgenden Beschwerden entgegenwirken:

  • Rheuma (TEE)
  • Nierenentzündungen
  • Wechseljahrbeschwerden

 

Dill

Geruch und Aroma

Dill hat ein sehr süßliches Aroma, schmeckt aber gleichzeitig besonders intensiv. Versucht man den Geschmack genauer zu analysieren, findet sich zusätzliche eine leichte Note von Kümmel wieder.

Verwendung

Eine Kombination mit anderen Gewürzen ist aufgrund des starken Eigengeschmacks des Krauts eher nicht zu empfehlen. Besonders macht sich Dill in Salaten (Gurkensalat), Kartoffel- und Gemüsegerichte, Saucen, Suppen (Indische Raitas oder Dalgerichten), Fisch, Meeresfrüchten, Senf oder Essig. Verwendung findet das Kraut hauptsächlich in Mittel- bis Nordeuropa.

Heilwirkung

Dill wirkt besonders positiv auf das Gehirn und kräftigt die Unterleibsorgane. Zudem fördert es die Furchtbarkeit und die Eierstockfunktion von Frauen und beseitigt giftige Toxine im Darm.

Außerdem kann es sich positiv auf folgende Beschwerden auswirken:

  • Leichte Kopfschmerzen
  • Arterienverkalkung
  • Schlaftrunk (TEE)

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Estragon „Drachenkraut“

Geruch und Aroma

Der charakteristische Geschmack des Drachenkrauts ist anisartig und bittersüß. Zu unterscheiden ist das robuste deutsche Kraut von dem französischen kleinblättrigen Estragon, welches einen weitaus milderen Geschmack aufweist. Der Geschmack des Estragons im Allgemeinen weist zudem eine leichte Note von Salz auf.

Verwendung

Die Wirkung des Estragons ist am intensivsten, wenn man das Kraut frisch verwendet. Es lässt sich am besten mit hellem Fleisch, Fisch oder zartem Geflügel, Senf, der klassischen Sauce Bernaise, Vinaigrette, Artischocken, Spargel, Salate, Bohnengerichte oder Gurken kombinieren. Es gehört neben Petersilie, Kerbel und Schnittlauch zu den klassischen „Fine herbes“ der französischen Kräutermischung. [Hier solltest du vielleicht noch in einem Satz schreiben, was die „Fine herbes“ sind]

Heilwirkung

Die ätherischen Öle, die dieses Kraut enthält reinigen das Blut und beugen durch den hohen Jodgehalt Schilddrüsenproblemen vor. Außerdem wirken sie:

  • Appetitanregend
  • Verdauungsfördernd
  • Harntreibend

 

Currykraut

Geruch und Aroma

Das Currykraut hat eine leichte Note von Salbei und Curry.

Verwendung

Es eignet sich besonders gut zum Würzen von Suppen, Fleisch, Fisch, Reis und Gemüsegerichten.

Heilwirkung

Das Currykraut hat neben der besonderen geschmacklichen Komponente auch zahlreiche heilbringende Wirkungen. Es wirkt:

  • Abschwellend
  • Entzündungshemmend
  • Pilztötend
  • Schmerzstillend
  • Wundheilend

Und kann zudem gegen folgende Beschwerden helfen:

  • Blutergüsse
  • Gelenkschmerzen
  • Hautunreinheiten
  • Husten
  • Sportverletzungen [welche genau?]

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Kerbel – die „Petersilie des Feinschmeckers“

Geschmack und Aroma

Kerbel schmeckt wie eine perfekte Mischung aus Petersilie, Fenchel und Anis. Sein außergewöhnliches Aroma ist unverwechselbar und so fein, dass man bei der Dosierung auch ruhig etwas mehr verwenden darf.

Verwendung

Kerbel harmoniert am besten mit Salaten, Suppen, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Quark und Eierspeisen. Das Kraut sollte nie mitgekocht, sondern vielmehr nach Beendigung des Koches frisch dazugegeben werden. Kerbel lässt sich zudem besonders gut mit anderen Kräutern kombinieren, es bleibt jedoch zu beachten, dass diese nicht so geschmacksintensiv sind wie beispielsweise Basilikum, Kresse oder Oregano. Zudem gehört es ebenfalls zu den Französischen „Fine herbes“.

Heilwirkung

Kerbel enthält ausgesprochen viel Vitamin C, Carotin und Mineralstoffe, die sich positiv auf den Körper auswirken. Zudem hat das Kraut folgende zusätzliche Heilwirkungen:

  • Entschlackend
  • Harntreibend
  • Blutreinigend
  • Reinigt und reguliert Verdauungsorgane
  • Stärkt Milz und Nieren

 

Gartenkresse

Geruch und Aroma

Gartenkresse schmeckt intensiv würzig frisch bis beißend scharf. Aromatisch gleicht die Kresse Senf und Rettich.

Neben der bekannten Gartenkresse existieren noch die Brunnenkresse und die Kapuzinerkresse. Brunnenkresse unterscheidet sich von der Gartenkresse durch ihre etwas größeren, weshalb sie gerne und oft für Salat verwendet wird. Die Kapuzinerkresse ist optisch besonders ansehnlich und es gerät oft in Vergessenheit, dass ihre Blüten perfekt zum Verzehr geeignet sind.

Verwendung

Frisch geschnittene Gartenkresse ist das optimale Gewürz für frische Salate, Kartoffeln, Tomaten Suppen, Quark, Eierspeisen sowie für die verschiedensten Soßen.

Will man Kresse selbst anpflanzen, muss man ihren Samen einfach in einer Schale oder im Garten aussäen und nur ganz leicht in die Erde erdrücken. Geerntet wird die Kresse bei einer ungefähren Höhe von 10-15 cm, das macht man bestenfalls mit einer Schere ganz dicht über der Erdoberfläche.

Heilwirkung

Die Gartenkresse enthält ausgesprochen viel Vitamin C, Job und Mineralsalze, welche Erkältungskrankheiten entgegenwirken.

Zudem hat Kresses folgende heilbringende Wirkungen:

  • Stärkt das Immunsystem
  • Regt Nierentätigkeit an
  • Unterstützt Entwässerung
  • Stärkt Galle und Magen (durch Bitter-Herben Geschmack)
  • Antiseptische Wirkung

 

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Koriander

Geruch und Aroma

Koriander zeichnet sich durch sein etwas eigenwillig würziges, zitronenpfeffriges Aroma aus.

Verwendung

Seine Hauptverwendung findet der Koriander im orientalisch asiatischen Raum. Von Currypasten, Pickles und Chutney über Guacamole bis hin zu Meeresfrüchten oder kanarischer Mojo verde – Koriander verleiht jeder Speise durch seinen charakteristischen Geschmack eine ganz besondere Note.

Heilwirkung

Koriander hat zahlreiche positive Einflüsse auf unseren Organismus. Er wirkt:

  • Antibakteriell
  • Appetitfördernd
  • Krampflösend
  • Verdauungsfördernd

Und kann zudem gegen folgende Beschwerden eingesetzt werden:

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Husten
  • Magen-Darm-Entzündung
  • Magenkrämpfe
  • Magenschwäche
  • Mundgeruch
  • Völlegefühl
  • Reizdarm
  • Reizmagen
  • Verstopfung

 

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Liebstöckel

Geruch und Aroma

Im Volksmund ist Liebstöckel auch als „Maggiekraut“ bekannt. Im frühen Rom zählte es zu den beliebtesten Würzmitteln und noch heute hat es seinen charakteristischen Geschmack nach Maggie und Sellerie nicht eingebüßt.

Verwendung

Liebstöckel passt geschmacklich sehr gut zu Suppen, Fonds, Eintöpfen, Fisch, Fleisch, Salat, Kräuterquark und Würzbutter. Aufgrund seines starkes Aromas sollte das Kraut sehr sparsam dosiert werden, weshalb es sich anbietet, es besonders fein zu schneiden.

Heilwirkung

Liebstöckel wirkt harntreibend, entblähend, appetitanregend und potenzsteigernd, kann aber auch gegen folgende Beschwerden eingesetzt werden:

  • Husten
  • Bronchitis
  • Halsschmerzen

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Majoran

Geruch und Aroma

Frischer Majoran schmeckt süßlich-würzig, leicht harzig und hat oft eine erfrischend blumige Note. Er war bereits im Altertum eine geschätzte Würz- und Heilpflanze und noch heute gehört das Kraut zu einem der beliebtesten Küchenkräuter.

Verwendung

Der Geschmack des Majorans harmoniert am besten mit Fleisch- und Geflügelgerichten, Ragouts, Gemüse, Kartoffeln, Pasteten, Hülsenfrüchten und Suppen. Es ist wichtig zu beachten, dass Majoran immer gerebelt gekauft wird und nicht pulverisiert, da das Kraut sonst sehr schnell sein Aroma verliert. Des Weiteren ist es zu empfehlen, Majoran immer erst gegen Ende des Kochvorgangs in feingehackter Form hinzuzugeben, um den Geschmack am intensivsten genießen zu können.

Heilwirkung

Majoran unterstützt den Körper dabei, fettes und schweres Essen verdaulicher zu machen und Kopfschmerzen und Erkältungskrankheiten entgegenzuwirken. Zudem wirkt das Kraut:

  • Nervenstärkend (Bitter- und Gerbstoffe)
  • Verdauungsfördernd
  • Entkrampfend

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Lavendel

Geruch und Aroma

Wer kennt nicht den frisch-würzigen und gleichzeitig blumigen bis parfümartigen Geruch von Lavendel. Der Geschmack erinnert an Rosmarin und ist leicht herb-bitter. Der blumige Geruch kombiniert mit dem leicht herb-bitteren Geschmack, ergeben ein ganz neues außergewöhnliches Aroma. Lavendel ist jedoch nicht gleich Lavendel: Die verschiedenen Lavendelsorten variieren in ihrem Aroma und zudem ist zwischen frischen und getrockneten Blüten zu unterscheiden. Wer träumt da nicht von einem lauen Sommerabend in der Provence, blauvioletten Lavendelfelder und einem leckeren Wein?

Verwendung

Lavendel als Gewürz gewinnt heutzutage zunehmend an Bedeutung. Es eignet sich sehr gut zum Aromatisieren von Gelee, Essig, Öl, Salz, Zucker, Kekse, oder kann ganz herkömmlich für einen frischen Geruch im Schrank genutzt werden.

Heilwirkung

Lavendel kann neben seiner beruhigenden Wirkung und gegen die verschiedensten Beschwerden des Körpers eingesetzt werden:

  • Blutstillung
  • Verbrennung/Stichen/Schnitten
  • Kopfschmerzen
  • Hautreizungen
  • Infektionen
  • Angstzuständen
  • Diphtherie
  • Typhusbakterien
  • Streptokokken/Pneumokokken

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Minze

Geruch und Aroma

Der Geschmack der Minze wirkt kühl und erfrischend und ist leicht süßlich. Bekannt sind weltweit ungefähr 600 Varianten. Viele Züchtungen davon haben ein spezielles Aroma wie das von Ananas, Schokolade, Erdbeere, Feige, Apfel, Zitrone oder Orange. Die meisten dieser Züchtungen schmecken sehr intensiv und teils pfeffrig.

Verwendung

Sehr gut passt der Geschmack von Minze zu Fleischgerichten wie Lamm oder Hackfleisch, Suppen, Saucen oder Salaten (Obstsalaten), Gemüse und Dal Gerichten. Außerdem harmoniert Minze besonders gut mit Süßspeisen, Desserts, Gebäck, Getränken (Pfefferminztee oder Mojito) oder einem fruchtigen indischen Minzchutney. Das Kraut kann zudem besonders gut getrocknet werden.

Heilwirkung

Minze kann in Tee gegen Magenschmerzen, Blähungen oder Übelkeit verwendet werden. Außerdem empfiehlt sich das Kraut beim Gurgeln gegen Zahnschmerzen und stellt deshalb auch in vielen Fällen den Grundstoff für Zahnpasten und Mundwasser war. Zudem wirkt es:

  • Appetitanregend
  • Entkrampfend

 

Olivenkraut

Geruch und Aroma

Die Blätter des Olivenkrauts haben ein sehr intensives Olivenaroma. Das Kraut ist zudem winterhart und kann als Staude an so ziemlich jedem Ort wachsen, der sowohl sonnig, als auch trocken ist.

Verwendung

Die Blätter des Krautes können ganz oder zerkleinert zum Aromatisieren von mediterranen Gerichten aller Art verwendet werden. Angefangen von Nudelgerichten über Pesto und Suppen bis hin zu Salaten oder würzigen Fisch- und Fleischgerichten.

Heilwirkung

Olivenkraut wirkt krampflösend, antioxidativ und antibakteriell. Außerdem kann es dem Körper beim Bekämpfen folgender Beschwerden helfen:

  • Infektionskrankheiten
  • Harnwegsinfektionen
  • Gallenentzündungen
  • Magen-Darm-Infekte
  • Blähungen
  • Wurmbefall
  • Hautentzündungen

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Oregano

Geruch und Aroma

Oregano ist geschmacklich sehr vielfältig: Neben einer herb-würzigen Note, schmeckt er zudem leicht scharf und oftmals etwas bitter. Das Gewürz zählt zum Grundbestand wohl jeder italienischen oder griechischen Küche und am aromatischsten sind seine Blüten.

Verwendung

Oregano ist bekannt als das klassische Pizzagewürz, das soll aber bei weitem nicht alles gewesen sein! Zudem eignet es sich bestens zum Würzen von Saucen, Salate, Suppen, Gemüse (z.B Tomaten, Auberginen) oder Grillfleisch. Das Kraut kann ausgesprochen gut getrocknet werden und verstärkt dabei sogar sein charakteristisches Aroma. Gut kombinieren lässt sich Oregano vor allem mit Thymian, Petersilie, Rosmarin oder Basilikum. Ein kleiner Tipp von mir: Ich kaufe immer griechischen Oregano, dieser ist geschmacklich unvergleichbar!

Heilwirkung

Es heißt Oregano belebe den gesamten Organismus und zudem wirkt er:

  • Appetitanregend
  • Verdauungsfördernd (ätherische Öle)
  • Krampflösend (bei Magenschmerzen, Unterleibschmerzen)
  • reinigend und belebend auf Nase und Lunge
  • Tee wirkt schleimlösend
  • Regt Kreislauf an und stärkt das Herz

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Petersilie

Geruch und Aroma

Petersilie ist für sein würzig-frisches und dennoch mildes Aroma bekannt. Es wird zwischen glatten oder krausblättrigen Sorten unterschieden. Solche mit glatten Blättern sind meistens aromatischer als ihre krausblättrigen Verwandten. Es empfiehlt sich Petersilie ausschließlich frisch zu verwenden, da so die ätherischen Öle erhalten bleiben. Wer Wert auf eine möglichst große Heilwirkung legt, sollte die glattblättrige Petersilie wählen, da diese nährstoffreicher ist.

Verwendung

Mit Petersilie würzt man besten Fisch- und Fleischgerichten, Chutney, Reis, Suppen, Saucen, Salaten, Marinaden, Kartoffeln oder auch Gemüse. Das Kraut gehört ins „Bouquet garni“ und zu den „Fines herbes“. [Erklärung „Bouquet garni“] Geschmacklich harmoniert Petersilie mit so ziemlich jedem anderen Kraut.

Heilwirkung

Die Heilwirkung der Petersilie ist enorm! Es wirkt:

  • Appetitanregend
  • Verdauungsfördernd
  • Harntreibend
  • Blutreinigend
  • Hautreinigend
  • gewichtsreduzierend

Zudem enthält es ausgesprochen viel Vitamin C, B und Carotin. Petersilie ist ein sehr guter Mineralstofflieferant und versucht den Körper mit Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Phosphor. Außerdem hat das Kraut folgende positive Auswirkungen auf den Organismus:

  • Hilft bei niedrigen Blutdruck/ instabilen Kreislauf
  • Entgiftet Verdauungstrakt
  • Säubert Darm
  • Hilft bei Rheuma und Leberleiden
  • Macht freie Radikale unschädlich (eine der stärksten Pflanzen)
  • bekämpft Krebszellen
  • kräftigt Organismus

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Pimpinelle – „Kleiner Wiesenknopf“

Geruch und Aroma

Die Blätter und Blüten der Pimpinelle haben einen mild-würzigen und nussartigen Geschmack, welcher an den von Gurke erinnert und dadurch oftmals als erfrischend empfunden wird.

Verwendung

Pimpinelle eignet sich sehr gut für das Würzen von Salaten, Saucen, Fisch, Suppen, Getränke, Käsesorten, Kräuterquark und –butter oder Gemüse. Es lässt sich zudem besonders gut mit anderen Kräutern wie Rosmarin und Estragon kombinieren.

Heilwirkung

Pimpinelle enthält ausgesprochen viel Vitamin C und wirkt wie folgt:

  • blutreinigend
  • entzündungshemmend
  • schleimlösend
  • harntreibend

Außerdem kann das Kraut gegen folgende Beschwerden eingesetzt werden:

  • Sodbrennen
  • Müdigkeit
  • Verdauung
  • Hämorrhoiden
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Husten
  • Asthma
  • Grippe/Halsentzündungen

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Rosmarin

Geruch und Aroma

Rosmarin schmeckt starkaromatisch und leicht rauchig-bitter. Getrocknet verändert sich sein Geschmack jedoch. [wie ist er dann?]

Verwendung

Hackt man die Blätter klein harmonieren sie am besten mit den verschiedensten Fleischsorten, jedoch auch mit Fisch, Saucen, Kartoffeln, Pilzgerichte, Ratatouille oder Tomaten.

Heilwirkung

Rosmarin hat zahlreiche positive Einflüsse auf unseren Körper, es wirkt:

  • Entzündungshemmend
  • Krampflösend
  • Schmerzstillend
  • antibakteriell

Zudem kann das Kraut gegen folgende Beschwerden eingesetzt werden:

  • Atembeschwerden
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit
  • Verdauungsstörungen
  • Magenschwäche
  • Durchfall
  • Niedriger Blutdruck
  • Herzschwäche
  • Unruhe
  • Kopfschmerzen
  • Nervenentzündung
  • Menstruationsbeschwerden
  • Haarausfall
  • Hautausschläge
  • Hämorrhoiden

Lorbeer

Geruch und Aroma

[Wie ist der Geschmack genau?] Frische Blätter haben ein kräftigeres Aroma als getrocknete.

Verwendung

Lorbeerblätter eignen sich sehr gut für das von Würzen von Suppen, Eintöpfen, Brühe, Fleisch- und Fischgerichte sowie Eingelegtes oder Reisgerichte. In Milch kann Lorbeer zum Aromatisieren von Vanille- oder Reispudding verwendet werden. Zudem gehören sie auch ins „Bouquet Garni“.

Heilwirkung

Lorbeer kann seine Heilwirkung auf den Körper sowohl innerlich, als auch äußerlich entfalten. Es wirkt:

  • Verdauungsfördernd
  • Entkrampfend
  • Appetitanregend
  • Wundheilend
  • Harntreibend

Außerdem hat es eine antibakterielle Wirkung und kann gegen folgende Beschwerden eingesetzt werden:

  • Beschwerden der Atemwege
  • Bakterielle Entzündungen der Haut

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Salbei

Geruch und Aroma

Während die Pflanzenteile des Salbeis aromatisch-würzig riechen, duften die fruchtigen Sorten arttypisch, das heißt, beispielsweise Ananassalbei verbreitet sein spezifisches Aroma von Ananas. Der Geschmack verändert sich mit dem Alter der Blätter: Junge Sorten schmecken fruchtig-süß und ältere Blätter meist etwas bitterer.

Verwendung

Salbei harmoniert bestens mit den verschiedensten Gerichten: Angefangen bei Kalbsfleisch, Fisch und Schwein über Lammkarree und Kräuterbutter bis hin zu Geflügel oder Leber. Brät man Salbeiblätter in Butter knusprig an schmecken sie zudem ausgezeichnet zu Pasta, Gnocchi, Kartoffeln oder jeglichen Pilzsorten (Kräuterseitlinge, Steinpilze usw.).

Heilwirkung

Salbei hilft unserem Organismus, die Sinne zu beherrschen und wirkt dabei entzündungshemmend. Außerdem verbessert es die Leber- und Gallenfunktion und reinigt den Verdauungstrakt. Es kann zudem gegen folgende Beschwerden eingesetzt werden:

  • Hauterkrankungen
  • Hals- und Zahnfleischentzündungen
  • Nachtschweiß
  • Erkältungen

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Thymian

Geruch und Aroma

Thymian ist mit den Kräutern Oregano und Majoran verwandt. Es existieren hunderte Arten, jedoch finden nur wenige von ihnen Verwendung in unserer Küche. Quendel beispielsweise ist milder als Gartenthymian, welcher besonders aromatisch, würzig-bitter teilweise scharf ist. Der Zitronenthymian hingegen ist für seinen zitronig-frischen Geschmack bekannt. Thymian gedeiht im Allgemeinen am besten an sonnigen Plätzen.

Verwendung

Thymian ist aus der mediterranen Küche nicht mehr weg zu denken. Hauptsächlich verwendet man ihn für Wild- oder Geflügelgerichte, aber er harmoniert außerdem sehr gut mit Fisch, Pizza, Pasta, Suppen (Linseneintopf) oder Saucen. Bereitet man jedoch Gemüse zu, darf das Kraut ebenfalls nicht fehlen, denn es passt ausgezeichnet zu jeglicher Gemüseart sowie zu Essig, Salaten oder auch zu Öl. Es gehört außerdem zu den Herbes de Provence und ins Bouquet garni. Thymian kann zudem besonders gut mitgegart werden und eignet sich zum Trocknen.

Heilwirkung

Thymian enthält das ätherische Öl Thymol, welches schleimlösend wirkt. Zudem wirkt es krampflösend und verdauungsfördernd und kann gegen folgende Beschwerden eingesetzt werden:

  • Mund und Gurgelzusatz
  • Herzkreislaufsystembeschwerden
  • Hilft bei zu niedrigen Blutdruck, denn er fördert Blutzirkulation
  • Regt Gehirnzellen an
  • Klarheit des Geistes

Außerdem hat Thymian eine desinfizierende Wirkung und kann als Badezusatz verwendet werden.

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Schnittlauch

Geruch und Aroma

Schnittlauch besitzt ein eher mildes Aroma, welches an das der Zwiebel erinnert.

Verwendung

Zum Würzen eignen sich am besten junge Blätter, die man gegen Ende des Kochens fein geschnitten über die Speisen geben sollte. Schnittlauch harmoniert besonders gut mit Eierspeisen, Salaten, Soßen, Suppen, Quark oder auch Rühreiern, Omeletts, Gemüse, Fisch und Fleisch.

Heilwirkung

Schnittlauch enthält viel Vitamin C und wirkt appetitanregend, verdauungsfördernd und harntreibend. Zudem kann er folgende Beschwerden verwendet werden:

  • Bluthochdruck
  • Husten
  • Magenentzündungen
  • Darmentzündungen
  • Blähungen

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Zitronenmelisse

Geruch und Aroma

Zitronenmelisse hat einen sehr intensiven Zitronenduft. [Wie ist das Aroma?]

Verwendung

Zitronenmelisse ist aromatisch sehr vielfältig: Sie passt sehr gut zu frischen Salaten, Kräutersaucen, Joghurtdressings, Suppen (Tomatensuppen), Gemüse, Reisgerichten, Sommerdrinks oder Fruchtsalaten. Das Kraut sollte in keinem Fall mitgekocht werden, da seine ätherischen Öle sonst verloren gehen.

Heilwirkung

Zitronenmelisse wirkt sich in den verschiedensten Bereichen positiv auf unseren Organismus aus und regt den Stoffwechsel an. Unter anderem wirkt sie:

  • Herzstärkend
  • Schlaffördernd
  • Krampflösend
  • Magenstärkend
  • Entschlackend
  • Verjüngend
  • Beruhigend bei Übelkeit u. Brechreiz

Außerdem kann Zitronenmelisse gegen Mundgeruch, Migräne und Frauenleiden eingesetzt werden.

Gänseblümchen

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Ein Tee aus den Blättern des Gänseblümchens regt Appetit und Stoffwechsel an, fördert die Verdauung und kann durch seine krampfstillenden Fähigkeiten auch Husten lindern. Dank seiner harntreibenden Eigenschaften kann Gänseblümchen-Tee auch Ödeme schwinden lassen.

Äusserlich angewandt kann Gänseblümchen-Tee Ausschläge lindern, unreine Haut klären und hartnäckige Wunden heilen.

blutreinigend
harntreibend
krampfstillend
Erkältungen
Verstopfung
Darmentzündungen
Gicht
Stoffwechsel anregend
Nierensteine
Blasensteine
Menstruationsbeschwerden
Hautausschläge
Unreine Haut
Wunden

 

Empfehlenswerte Lektüre für zielgerichtete Verwendung: 

Jekka McVicar – Kräuter

Komet Verlag GmbH – Hildegard Heilkunde

Johannes G. Mayer – Handbuch der Klosterheilkunde

Johann Lafers – Kräuterküche

Maria Treben – Gesundheit aus der Apotheke Gottes